Duschtag..

seidenpapierhaut

Die Fahrtzeiten sind kurz zu halten. Das wird einem schon am ersten Tag klar gemacht. Kann ich diesmal nicht erfüllen. Obwohl Herr Lehmann nur wenige Straßen weiter wohnt, verfahre ich mich in dem Einbahnsystem und brauche schließlich das Navi um hinzufinden.

Sieht wenig einladend aus. Die Thujenhecke wuchert offenbar schon seit Jahren über den Zaun, das Haus ist kaum zu sehen, in der Einfahrt, vor einem verrosteten Garagentor, steht ein Auto ohne Kennzeichen. Von einer dicken Schicht Dreck überzogen. Es gibt keinen Schlüsselsafe, seine Türen sind angeblich niemals versperrt. Die Waschbetonplatte auf der obersten Stufe wackelt. Auf mein Klopfen kommt keine Antwort.

„Herr Lehmann?“ Irgendwo surrt ein Kühlschrank. Der lange Gang ist düster.

„Herr Lehmann?“

„Seine Haut ist so dünn wie Seidenpapier, nach dem Duschen musst du ihn unbedingt eincremen. Aber aufpassen“, erklärte mir die Kollegin vorhin beim Telefonat, „nicht zu fest schmieren, sonst reißt seine Haut und hört nicht…

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