krautköpfe und ein winziges auto..

am tag nach meinem achten geburtstag sagte mein großvater zu mir, dass es jetzt zeit wäre, das autofahren zu lernen. für mich! ich dachte, ich höre nicht recht.

meine augen begannen zu leuchten, aber nach wenigen augenblicken rutschte mein herz fast bis in den hosenboden und in meinem hals fühlte es sich an, als würde ein ganzes grammelknödel drin stecken. ich liebte ja grammelknödel und am liebsten mochte ich sie mit ganz saurem sauerkraut. und das kraut mochte ich noch lieber, wenn diese kleinen weißen bohnen drin waren. krautbohnen, sagte meine omama dazu. aber dieses knödelgefühl im hals mochte ich ganz und gar nicht.

mir wurde bewusst, dass ich gestern erst acht geworden war. und soweit ich das mitbekam, waren alle leute die mit autos fahren durften, schon um einiges größer als ich. die meisten burschen hatten sogar schon bartwuchs. davon konnte ja bei mir noch keine rede sein.

aber großvater machte ernst. mit einem breiten grinsen schepperte er mit dem schlüsselbund für unseren winzigen, kirschroten puch 500 herum.

eigentlich ist er eh fast so klein wie ein spielzeugauto, dachte ich. nur so zum spaß hatte ich ihn mit meiner großen schwester manchmal im hof herum geschoben. wir spielten autofahren, schoben hin und her, reversierten, machten vollbremsungen und versuchten die reifen quietschen zu lassen – haha. einer von uns saß drinnen und lenkte. so lange bis wir eines tages gegen die dachrinne des ziegenstalls geknallt waren. versteht sich wohl von selbst, dass meine doofe schwester gelenkt hatte.

„na los, schau nicht so ungläubig! ist nicht so schwer wie du denkst! wir fahren nach gramatneusiedl krautköpfe einkaufen, und auf dem rückweg nehmen wir ein stück den feldweg, da darfst du dann fahren.“ seine abgewetzte kappe saß schief am kopf und seine blaue arbeitshose hatte flecken von der reparatur der mähmaschine. mit einem schwung saß er hinterm lenkrad, und eigentlich war es jedes mal wieder ein wunder, dass er in diese winzige blechdose reinpasste. er klopfte einladend auf den beifahrersitz. mich packte endlich die abenteuerlust und ich sprang zu ihm hinein. es machte ratsch, und der riss in meiner hose am rechten knie war um einiges gewachsen. genauso wie ich an diesem tag!

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msp

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7 Gedanken zu “krautköpfe und ein winziges auto..

  1. wow, gut und spannend geschrieben, da würde ich gerne weiterlesen, aus der schönen alten Zeit! Aus dem wahren Leben oder nur in Deinem hübschen Kopf entstanden?

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