schräges..

hasenherz und leberblümchen
 
serviettenblumenbasteleien treiben es zu bunt.
in rot, grün, blau, gelb, weiß.
hängende platanenäste schwingen durch ein zimmer.
verkehrte weihnachtsbäume tropfen von der decke.
weiße wände, blaue hände, eisig kalt das blumenmuster auf dem teppich.
 
tröpfelnd kommt liebe auf dünnen pfaden, entlang der alten mauern.
aus einer ritze macht ein leberblümchen auf mich aufmerksam.
lässt hoffen, dass nicht alles ganz verloren.
oh, die armen toren.                                     ich bin mitten unter ihnen.
wissende und träumende ziehen mutig an der bröckelnden mauer vorbei.
und werden belohnt am ende des weges.
 
DIE SUMME ALLER MUTIGEN TATEN IST DIE FREIHEIT.
 
hat die freiheit hosen an?
ein wallender rock aus silberbrokat am rostigen kleiderständer.
perücken verzücken.
verkleidungen. täuschungen. für eine nacht.
ich sehne mich nach dieser haut.
bist du ein narr?                                      oder bin ich die närrin?
aus till eulenspiegels spielzeugkiste geflohen.
um erwachsen zu werden?
 
das leben. eine aneinanderreihung vieler kurzgeschichten:
 
eine schöne sandale am schlanken fuß.
ein roter glasstein am grund des bachs.
 
ein eisvogel flitzt knallblau vorbei.
lässt hoffen, er nimmt die alte trägheit  mit.
doch wie ein spiralisiertes telefonkabel dehnt sie sich die alte trägheit aus,
um im nächsten augenblick zurück zu schnellen.
 
sitzen bleiben. nur nichts sagen. nicht bewegen. da sein. warten. wie lange?
träumen von träumereien. von traumzeiten und traumreisen.
 
ich träum davon, ich hätte fußsohlen so weich wie hasenfell.
und ein hasenherz schlüge hell in meiner brust.
ich würde laufen immer schneller.
schneller.
schneller!
 
aber ich krieche langsam in chamäleon´s haut auf den bemoosten ast.
färb mich grün.
unsichtbar sein.
wieder inne halten.
nur die augen wandern lassen.
 
plötzlich ist der ast unter mir bewegt und weich.
ich kann mich nicht mehr halten.
meine form verändert sich.
ich bin ein schwarzer panther.
glänzt mein fell nicht wunderbar?
ich falle.
falle.
falle!
 
das bachbett rast auf mich zu.
aber ich habe starke beine.
satt und weich komme ich auf.
auf allen vieren.
 
mir geht es gut.
jetzt setze ich zum laufen an.
laufe.
laufe!
kraftvoll und geschmeidig.
endlich entkomme ich der schwülen trägheit!
 
ich wittere die fährte einer braunen häsin.
und mein hasenherz wird plötzlich wild.
blutrausch der gezeiten.
 
jetzt reiß ich der braunen häsin das herz heraus.
 
und ein tropfen blut sickert bis an leberblümchens wurzelstock.
 
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.
 
 
msp
 
 
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