großvater..

 
 
 
ich sehe großvaters hände.
wie sie lauschend die jungen knospen des apfelbaumes befühlen.
 
zart streicht er über die verletzlichen spitzen der zweige.
liebevoll, demütig, satt, mit sonnengegerbten fingern.
so wissend. so erfahren.
er spürt den puls des baumes.
verbunden ihrer beider lebensgeister.
 
zufrieden stapft er über die streuobstwiese.
zum nächsten wunderwerk aus zellulose und chlorophyll.
ein gutes jahr, murmelt er.
 
dunkelgrüne gummistiefel, blaue arbeitshose.
immer einen feitel in der rechten tasche. 
eine abgenutzte kappe die nach ziegenstall riecht.
eine weiße strähne vom dichten haar lugt frech hervor.
 
sein streuobst, seine wiese, das heu, der schnapsbrennkessel.
hühner, hasenstall, kreissäge, spänchenholz, maischefässer, gärgeruch, knöpferlharmonika, ein halber daumen, scheibtruhen voller mist, verbotenes lagerfeuer am damm des bachs, riesenzucchini und riesenschüsseln voller himbeeren, dreckige clogs und verbeulte stoßstangen, glänzende augen am weihnachtstag, ein hasenbraten am ostersonntag.
 
was blieb von dir?
 
warme erinnerung.
 
und ein stück apfelbaumholz vor meiner tür.
 
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msp
 
 
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2 Gedanken zu “großvater..

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